Kalender sind kulturelle Instrumente, deren Gestaltung nicht nur funktionale Aufgaben erfüllt, sondern Zugehörigkeit, Identität und Priorität vermittelt. In Gesellschaften mit religiöser und kultureller Vielfalt gewinnt die gleichwertige und inklusive Darstellung dieser Diversität daher eine besondere Bedeutung. Der „interkulturelle Kalender 2026“ ist eine Masterarbeit und ein Entwurf, der diese Aspekte berücksichtigen soll.
Der Kalender wurde als Kreis konzipiert, der Form, die den Kreislauf der Zeit symbolisiert, für Gleichheit steht und die von Sonne und Mond vorgegeben ist. Durch seine Leporellofalz lässt er sich beidseitig in Sonnen- oder Mondkalender auffächern. Der entstehende Radius von 63,78 cm, entspricht dem Erdradius im Maßstab 1:10 Mio. Die Faltstruktur gibt dem Rhythmus von Tag und Nacht eine abstrakte Gestalt. Dabei markiert jede Bergfalz den höchsten Punkt der Sonne und jede Talfalz den des Mondes. Das ermöglicht eine korrekte Darstellung des jeweiligen Feiertagsbeginns in allen Religionen. Die Vorderseite zeigt dabei das erste, die Rückseite das zweite Halbjahr. Präzise Gestaltung und handwerkliche Qualität machen den Kalender zu einem konsistenten Zeitobjekt, das täglich mehr Bewusstsein dafür schafft, dass wir alle auf dem selben Planeten leben und gemeinsam Zeit teilen.

You may also like

Back to Top